ESV Lok Guben vs. SG Zechin – Wie das Wetter, eiskalt erwischt

Verbandsliga (Männer) - 13.Spieltag

Oh je, was für ein Dämpfer für die SG Zechin beim aktuellen Schlusslicht, ESV Lok Guben. So wie der eisige Schnee vom Himmel fiel, wurden die Greens ebenso eiskalt auf der schwierigen Anlage in der s. g. „geteilten Stadt“ mit 6:2-MP erwischt. Wie bereits analysiert, wenn der Gastgeber über der 3000er Marke agiert, was er deutlich tat, gewinnt er meistens. Mit erzielten 3083:3041 Holz präsentierten die Oderbrucher ein Ergebnis, welches wahrscheinlich an einem anderen Tag ausreichen würde, aber diesmal zeigten die Gubener eine kompakte Leistung, die verdient die Tabellenpunkte bescherte.

Im ersten Abschnitt trat das „Lauchhammer-Phänomen“ vor zwei Wochen ein, denn beide Duelle gingen denkbar knapp verloren. Wieder waren die Zechiner nicht in der Lage, die engen Punkte auf ihre Seite zu ziehen. Wie gegen den KVL verlief die Partie damit nicht so, wie man es sich erhoffte. Erneut widerfuhr ein Durchgang, aus dem man punktlos hervorging. Besonders dramatisch ereilte es Kapitän Robert Lehmpfuhl (502), der mit der letzten Kugel und nur mit einem Holz mehr bei 2:2-Satzgleichheit von U18-Hoffnung, Max Flemming (503), bezwungen wurde. Dabei hatte er mit Bahnen von 133, 141 berechtigte Argumente, diesen Punkt für seine Farben zu ergattern. Jedoch verhinderten zwei fatale Einbrüche, den benötigten Erfolg. Grundlage hierfür und das galt für den gesamten Kader der Greens, waren die katastrophalen Volle, die das Spiel am Ende auch entschieden. Mit einem Defizit von 119 Kegel in der Abrechnung gab es hier wenig zu holen. Parallel versuchte Daniel Schneider (Ersatz SG Zechin V, 510) sich gegen Burkhard Witt (525) durchzusetzen. Leider blieb es nur bei einem Versuch, da Schneider die Bahnen stets nur mit wenigen Holz abgab. In der Summe hieß es aber 4:0-SP für den Heimakteur.

Den verpatzten Start wieder wettmachen, sollten Steffen Paulus (470) und Karsten Glatzer (531). Allerdings kam Paulus mit der Anlage sogar nicht zurecht und es gab nicht viel, was er Philipp-Justin Weerts (518) entgegenzusetzen hatte. Zwar war dieser im ersten Abschnitt nicht viel dominanter, dennoch verschaffte er sich einen gewaltigen Vorsprung als ihm im dritten Satz die „Bahn des Tages“ mit starken 151 Kegel glückte. Diese Vorentscheidung geriet auch nicht mehr ins Wanken, sodass Weerts mit 3:1-SP gewann. Anfänglich hatte auch Glatzer ins Vollespiel so seine Schwierigkeiten und reihte sich damit ins Mannschaftsgefüge ein, aber die insgesamt 102 Abräumer in der ersten Hälfte hielten ihn gegen Ralf Bartl (510) im Spiel. Nach dem Seitenwechsel klappte es mit den Vollen auf den noch zwei zu spielenden Bahnen schon fast sagenhaft gut (191), allerdings erwischte Bartl den besseren Lauf im Abräumen, sodass dieser mit 2:1-SP führte. Im letzten Satz übte Zechins „Langer“ genügend Druck aus, der den Gubener doch zusetzte. Mit einem tollen Finish von 141:112 glich der Zechiner in den Bahnpunkten aus und holte den ersten Zähler für sein Team!

Nichtsdestotrotz war die Ausgangslage für den Schlussdurchgang mit einem Rückstand von 3:1-MP und 43 Kegel nicht gerade die Beste. Aber Aufgeben ist nicht und so starteten Nico Grundmann (497) und Karsten Trabs (531) ins letzte Drittel. Zum Leidwesen der Greens fand auch Grundmann nicht den Bezug zur Anlage und wies arge Probleme ins Bespielen derselbigen auf. Ähnliches war bei Kontrahent Stefan Fuldt (511) zu beobachten, der es aber mit urplötzlichen „Schmissen“ im Räumen, die jedwedes Bild aus der Halle fegten, vermochte, den Zechiner hauchdünn zu übertrumpfen. Als dann noch der dürftige dritte Satz mit einem Remis endete, war der Punkt mit vorzeitigen 2,5:0,5-SP bereits von Dannen. Ehe die letzte Bahn angesprochen wird, ist ein kurzer Blick aufs Duell zwischen Trabs und Christian Matthes (516) zu richten. Wie soll es an diesem Tag anders sein, musste Zechins Ass den ersten Satz knapp abgeben. Davon ließ sich der Zechiner nicht erschüttern und behielt seine Konstanz bei, die sich in der Folge gegen Gubens stärksten Heimakteur auszahlte. Mit 131:128 kam es zum Satzausgleich, ehe Trabs mit 143:105 vollends entwischte. Auf einmal war Guben insgesamt nur noch zehn Holz in Führung und die Hoffnungen auf ein versöhnliches Unentschieden stiegen. Die gute Nachricht vorweg, Trabs gewann sein Duell und heimste den zweiten MP ein. Jetzt aber das dicke Ende, weder Grundmann noch sein Spielpartner kamen auf der letzten Bahn aus sich heraus. Vielmehr schmetterten Fuldt (139) und Matthes (145) die großen Zahlen heraus und die Zechiner Hoffnung wurde genauso begraben, wie der Schnee es draußen mit der Landschaft tat.

Gubens umjubelter Sieg war mehr als verdient und fühlte sich nach den Dauerniederlagen wahrscheinlich wie eine Erlösung an. Die Greens hingegen verpassten damit eine weitere Chance sich vom unteren Tabellenfeld abzusetzen und weiter nach oben zu steigen. Die Folge war der Abrutsch auf den siebten Platz. Nun also den suboptimalen Start ins Jahr 2023 sacken lassen und in zwei Wochen daheim gegen den nächsten VBL-Aufsteiger, SV Arnsdorf, die benötigten Zahlen auf die Platte bringen, sodass die Zähler endlich mal gelingen. Viel Spaß mit dem Schnee, eure Greens.

Karsten Glatzer