SG Zechin vs. KV Lauchhammer – Remis mit Fragezeichen

Verbandsliga (Männer) - 12.Spieltag

Mit dem Beginn eines neuen Jahres setzte sich die Rückrunde der Verbandsliga Brandenburg 2022/23 fort, die bereits in ihrem ersten Spiel in 2023 eine tolle Partie zwischen der SG Zechin und der KV Lauchhammer hervorbrachte. Die Greens lieferten mit fünf Ergebnissen über der 560 Holz-Marke und schlussendlichen 3380 Kegel ab, aber die Gäste aus dem Landkreis OSL hatten das richtige Gespür im Setzen ihrer Akteure und gewannen damit vier direkte Duelle. Daraus folgte ein 4:4-Unentschieden bei einem Stand von 3380:3285 Holz, welches doch zu ratlosen Gesicherten in den Reihen der Oderbrucher führte. Es waren genau diese vier Duelle, die so hauchdünn endeten, aber eben mit dem Quäntchen Glück für den gastierenden Neunplatzierten.

Das erste dieser vier einschneidenden Duelle fand im ersten Durchgang zwischen Zechins Kapitän, Robert Lehmpfuhl (569), und Youngster sowie gleichzeitig KVL-Tagesbester, Ben Klein (572), statt. Beide Akteure begegneten sich auf Augenhöhe, sodass die Sätze dementsprechend eng ausfielen. Während Klein sich in den Vollen des Öfteren einen Vorteil erspielte, zeigte Lehmpfuhl hervorragende Qualitäten im Räumerspiel (208). Zunächst ergatterte jede Seite jeweils einen SP, wobei Klein sich den dritten Satz mit 144:141 schnappte. Im Vierten ließen sie grandiose Wurfserien aufblitzen und stoppten bei einem tollen Finish von 155:155, was Kleins Sieg mit 2,5:1,5-SP bedeutete. Parallel befand sich Marco Specht (576) in einer bestechenden Tagesform und distanzierte sich mit 303:239 Kegel zur Halbzeit deutlich von Paul Meyer (486). Besonders Spechts Volle waren mit insgesamt 411 Holz der Hauptgrund für die komfortable Führung. Zwar gelang Meyer auf der dritten Bahn der 2:1-Anschlusstreffer, jedoch dominierte der Zechiner mit abschließenden 143:107 das Geschehen und heimste den ersten MP ein.

Die Mitte aus Karsten Glatzer (569) und Steffen Paulus (537) ging mit einem Plus von 87 Holz ins Match gegen Martin Pötzsch (556) sowie Andreas Meyer (539). Auch dieser Abschnitt endete mit einer Ausbeute von je einem MP pro Team, wobei die Oderbrucher elf weitere Kegel aufs Gesamtkonto hinzufügten. Die KVL behielt ihre offensive Aufstellung bei, indem sie ihr aktuelles Zugpferd, Pötzsch, der schon mit sehenswerten Resultaten glänzte, gegen Glatzer setzten. Allerdings ging diese Rechnung nicht auf, da der „Lange“ sich eindrucksvoll und konstant über alle vier Bahnen zu wehren wusste. Auch hier lag der Grundstein in den Vollen, die der Zechiner mit insgesamt 404 Kegel sehr gut meisterte. Während Pötzsch zeitweise ebenso beeindruckend im Vollespiel war, hatte er im Abräumen nicht immer die passenden Würfe parat. So schnappte sich Glatzer bereits die ersten drei Sätze und gewann damit vorzeitig. Plötzlich zerlegte der KVL-Akteur den vierten Satz mit exzellenten 164 Holz (104 V, 60 A) und holte so einige Gesamtholz wieder auf. Indes führten Paulus und Meyer das zweite hauchdünne Duell der Partie, in dem der Gast obsiegte. Anfänglich hatten beide Kegler so ihre Probleme, der Anlage am Freibad die hohen Zahlen zu entlocken. Dennoch befand sich Paulus nach der ersten Hälfte mit 0:2-SP bereits mit dem Rücken zur Wand. Hervorragend seine Antwort mit 146:134 im dritten Satz, sodass ein Duellerfolg wieder in den Bereich des Möglichen rückte. Auf der Entscheidungsbahn hatte der Zechiner sich einen besseren Start erarbeitet und führte nach den Vollen. Nichtsdestotrotz behielt Meyer im Räumerspiel die Nerven und erlaubte sich auch keinen Fehlwurf, weshalb er doch noch an Paulus vorbeizog und schlussendlich mit 141:135 und 3:1-SP siegte.

In der Schlussphase entsendeten die Greens mit Karsten Trabs (567) und Nico Grundmann (562) ein starkes Duo, das zudem souveräne Werte offerierte. Gleichwohl verfügten die Gäste mit Dirk Hentschel (569) und Matthias Pohl (563) ein schlagkräftiges Pendant, das an diesem Tage überzeugte. Anfangs eroberten sich die Zechiner die Satzpunkte und taten somit den richtigen Schritt in Richtung des Heimsieges. Aber Lauchhammer wusste sich wieder zu befreien und glich aus. Als dann auch noch der dritte Satz zugunsten der Gäste verlief, sprang das Momentum um. Die Zechiner mussten sich nun auf der verbliebenen Bahn nochmals in Zeug legen und die Rückstände ausgleichen. Alle vier Spieler begannen mit Vollen um und über der 100er Marke, sodass die Anschübe in den Räumern die Antwort bereithielten. Im Duell Trabs gegen Hentschel erwischte der Zechiner die besseren Räumer, musste aber 18 Kegel aufholen, da der Gästekapitän auf der dritten Bahn mit 161 Kegel fantastisch aufspielte. Trabs' Gegenwehr hätte mit 158 Kegel nicht besser sein können, aber Hentschel sollte seinen Vorsprung über die Ziellinie retten und somit gelang der überraschende MP-Gewinn für die KVL. Nun lag es an Grundmann den Punkt gegen Pohl zu sichern. Mit 109:109 Vollen waren beide Athleten bereits auf einem sehr hohen Niveau unterwegs. Diese Gleichheit bestand bis zum letzten Wurf fort. Pohl hatte einen letzten Anschub aufs Vollebild übrig, er musste eine Sieben ins rettende Remis erzwingen. Alles sah gebannt zu, wie er das Spielgerät über die Platte beförderte. Zunächst segelte die Kugel an den Kegel Eins vorbei, schlug aber so ein, dass aus einer gegenwärtigen Fünf mithilfe eines gewaltigen Kegelflugs doch noch eine Sieben wurde. Erstaunte Gesichter bei den Hausherren, grenzenloser Jubel bei den Gästen!

So also ereignete sich dieses wahnsinnige Remis und beide Teams trennten sich mit je einen Tabellenpunkt voneinander. Unverändert, verbleibt Zechin auf den fünften Platz, wobei Lauchhammer den Sprung auf einen Nichtsabstiegsplatz schaffte. Jetzt ist erstmal bis zum 21.01.2023 Pause. Dann führt es die Oderbrucher zum Schlusslicht nach Guben und deren anspruchsvoller Wirkungsstätte. Bis dahin, wird fleißig an den guten Vorsätzen gearbeitet.

Karsten Glatzer