ESV Lok Elsterwerda II vs. SG Zechin – Zechiner Jungs lassen sieglose Historie in Elsterwerda endlich enden

Verbandsliga (Männer) - 8.Spieltag

Der achte Spieltag der Verbandsliga Brandenburg 2021/22 begann für die SG Zechin erst am Sonntag, so dass man zunächst begutachtete, was die Konkurrenz am Samstag so vollbrachte. An sich gab es kaum Überraschungen, da Friedrichshain daheim weiterhin ungeschlagen blieb, Beyern zeigte eine erwartete, exzellente Leistung mit 3417 Holz auswärts in Hohenbocka und auch Senftenberg sicherte sich ungefährdet weitere Punkte auf der heimischen Anlage. Einzig Schlusslicht Cottbus sorgte für etwas Abwechslung, in dem man sich gegen „Zechin-Bezwinger“ Plessa behauptete und damit die bis dato anhaltende Negativserie beendete. Mit diesem Wissen und mit der ersten Niederlage auf dem Tabellenkonto zog es die Oderbrucher also nach Elsterwerda. Ausgerechnet hier, wollten die Greens wieder in die Erfolgsspur zurückfinden. Der Ort, der sich für die Zechiner in all den Jahren immer und immer wieder als siegloses Terrain bestätigte.

Das Schöne am Sport ist aber, dass nicht immer alles wie gewohnt geschieht. So auch an diesem Sonntag, an dem, zugegeben, die SG Zechin nicht gerade mit überragenden Zahlen bestach, die aber aufgrund der Bahnverhältnisse mehr als möglich sind. Allerdings, wie einst gegen Lauchhammer, war die Truppe um Kapitän Robert Lehmpfuhl zur richtigen Zeit am richtigen Ort und erwischte den Gastgeber, der in dieser Saison generell nicht an die gewohnte Heimstärke anknüpfte, auf dem falschen Fuß. Am Ende war der Jubel über den erreichten und zudem historischen 5:3-Auswärtserfolg bei einem Stand von 3243:3221 Holz ausgelassen groß und zudem bitter nötig, da die Tabellenspitze nunmehr sehr eng besiedelt ist.

Der gastgebende ESV Lok Elsterwerda II begann mit Ronny Lahn (561) und Florian Schulz (540) recht spielbestimmend und offensiv. Dagegen wollten sich Zechins Andy Seidemann (540) und Marco Specht (503) behaupten, was jedoch nur einem Oderbrucher gelang. Denn Specht kam auch in dieser Partie nicht aus seinem Formtief heraus und mühte sich von Satz zu Satz. Dabei stimmte der Auftakt mit 102 Vollen in Gänze, flachte aber genauso schnell wieder ab. Es brauchte 3 ½ Bahnen, um endlich die richtigen Akzente zu setzen, um den Satzpunkt gegen Schulze zu holen. Jedoch viel zu spät, so dass dieser mit drei gewonnen Bahnen den ersten Mannschaftspunkt für die Lok ergatterte. Den ersten Bahnzähler schnappte sich Seidemann bereits im Eröffnungssatz, wurde aber in der Folge durch Lahns 167 Holz auf dem Boden der Tatsachen zurückkatapultiert. Doch davon ließ sich der Zechiner nicht verunsichern und konnte sich, wenn auch knapp, auf den übrigen Bahnen durchsetzen, so dass er, trotz des niedrigeren Resultats, den wichtigen Zähler für sein Team erspielte. Besonders nervenstark waren die letzten beiden Würfe im Schlusssatz, in denen Seidemann das stehende Bild räumte und den nötigen Anschub zum Duellerfolg lieferte.

Dementsprechend ging der Mitteldurchgang mit einer Punkteteilung und einer Hypothek von 58 Kegel auf den Schultern ans Werk. Es lag an Kapitän Robert Lehmpfuhl (536) und Karsten Glatzer (568) den Rückstand wieder aufzuholen und die Greens damit ins bessere Licht zu rücken. Mit der Aufgabe betraut, das Vorhaben zu unterbinden, stemmten sich der junge Luca Schiffner (495) und der erfahrene Günter Horn (558) dagegen, was ihnen wiederum nur zum Teil glückte. Es war der Zechiner Kapitän, der solide mit 277 Holz nach zwei gespielten Sätzen startete und gegen Horn einen Punkt erspielte. Doch dann rutschte die Leistung völlig aus den Fugen, was der Heimakteur nutzte, um sich entscheidend abzusetzen. Der Zechiner Kapitän warf zum Abschluss nochmal alles in die Waagschale, um das zuvor ereignete Debakel zu egalisieren. Mit drei Neuner zum Ende schmetterte er 151 Holz an die Anzeigetafel, die dennoch nicht genügten, um Horn im Ergebnis zu überflügeln. Damit ging dieser Punkt an den Gastgeber. Währenddessen hatte Glatzer den erst 16-jährigen Schiffner doch gut im Griff und machte besonders im Abräumen eine deutlich bessere Figur. Mit 150 und 144 Holz in den Mittelsätzen gelangen die entscheidenden Bahnen, um hier für den nötigen Abstand im Gesamtergebnis zu sorgen. Schlussendlich gewann der Zechiner mit 4:0-Satzpunkten und ließ den Lok-Vorsprung auf machbare sieben Kegel schmelzen. Gleichzeitig stand das erste sehr gute Einzelergebnis auf der Seite der Gäste aus dem Oderbruch.

Der Schlussdurchgang in persona von Nico Grundmann (520) und Karsten Trabs (576) sollten den historischen Auswärtserfolg in Elsterwerda endlich realisieren, was aber Benjamin Marunke (525) und Klaus Ziesche (542) verhindern wollten. Die diesmal dargebotene Vorstellung von Zechins Grundmann war sehr wechselhaft. Mal glänzte er mit sensationellen Vollen, erschütterte aber mit katastrophalen Räumern und drehte das Spiel einmal komplett um. Diese Schwankungen sorgten dafür, dass Ziesche durch bessere Konstanz drei Sätze gewann und damit den wichtigen Teamzähler eroberte. Dennoch hielt Grundmann den Abstand in der Holzzahl verhältnismäßig gering, so dass sich alle Augen auf Trabs richteten. Dieser zeigte erneut eine tolle Partie, in der sowohl Volle als auch Abräumer in Qualität und Höhe stimmten. Anfangs leistete dessen Kontrahent Marunke noch Gegenwehr, die Trabs dennoch mit 2:0-Punkten in den Schatten stellte. Dann brach der Lok-Akteur ein, wobei auch der Zechiner eine kleinere Schwächephase durchlebte. Allerdings beendete er diese mit folgenden 156 Holz beeindruckend und besiegelte damit den Zechiner Auswärtssieg, den er mit der Tagesbestleistung passend vollendete.

Damit behauptete die SG Zechin den zweiten Tabellenplatz. Das nächste Heimspiel am Samstag, 04.12.2021, ist zudem das letzte Spiel der Hinrunde und findet gegen den Tabellenersten, BSV Grün-Weiß Friedrichshain statt. Der Sieger dieser Partie kann sich dann als Herbstmeister bezeichnen, vorausgesetzt, dass die aktuell dramatisch verschlechternde Pandemie-Situation dies zulässt. Wir hoffen natürlich, dass es irgendwie weitergeht. Trotzdem das Aussetzen oder sogar der erneute Abbruch der Spielserie äußerst schmerzhaft wären, geht das Wohl der Gesundheit und der Schutz unserer Liebsten vor. Wir werden sehen, wo wir in zwei Wochen stehen. Bis dahin, alles Gute!

Karsten Glatzer