KV Lauchhammer vs. SG Zechin – Gunst der Stunde genutzt

Verbandsliga (Männer) - 5.Spieltag

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, das war die Erkenntnis nach dem langersehnten Auswärtsspiel beim KV Lauchhammer und dessen moderner Anlage. Die SG Zechin erwischte dem Gastgeber auf dem völlig falschen Fuß, da dieser weit unterhalb seiner Möglichkeiten agierte. Im Schnitt erzielte der KVL auf der heimischen Bahnanlage 3418 Holz, so dass in der Regel die dargebotene Leistung der Oderbrucher nicht einmal annähernd ausgereicht hätte. Wider Erwarten kam alles ganz anders und die Greens zelebrierten, wie im Vorjahr, einen 7:1-Auswärtserfolg bei einem schmeichelnden Stand von 3323:3191 Holz.

Im Startdurchgang erfüllte einzig Heimakteur Martin Pötzsch mit starken 581 Holz die Erwartungen, obwohl auch dieser einige Schwächen offenbarte. Dies führte dazu, dass Kapitän Robert Lehmpfuhl (545), trotz der deutlichen Differenz im Gesamtergebnis, zwei Sätze für sich entschied. Schlussendlich waren aber Pötzschs erste und dritte Bahn (151, 152) ausschlaggebend dafür, dass Zechins Kapitän nicht näher an ihn herankam. Indes lieferte Zechins Andy Seidemann (556) eine überwiegend konstante Vorstellung ab, die nur durch den dritten Satz geschmälert wurde. Ansonsten wies er Gerald Wobst (513) klar in dessen Schranken und zeigte mit 150 Holz im zweiten Satz sein persönliches Highlight an diesem Tage. Somit teilte man sich nach dem ersten Durchgang jeweils die Mannschaftspunkte, wobei die SG Zechin mit knappen sieben Holz mehr in Führung lag.

Im Mitteldurchgang wollten die Oderbrucher das Spiel an sich reißen und die Weichen in Richtung Siegeskurs stellen. Das Vorhaben setzte man in die Tat um, welches jedoch nur mit viel Willen und Kampf umsetzbar war. Eigentlich erschreckend, wenn man die optimalen Bahnbedingungen bedachte. So startete Karsten Trabs (540) nur durchwachsen ins Duell gegen Eric Hoffmann (527). Noch im letzten Heimspiel zum Spieler des Tages mit 598 Holz gekrönt, sah sich Trabs diesmal mit 0:2 nach Satzpunkten bereits mit dem Rücken zur Wand. Nach dem Seitenwechsel löste er die so einschränkende Handbremse und zeigte sich sowohl in den Vollen als auch in den Abräumern dominanter. Nach dem wichtigen 1:2 Anschlusstreffer vollendete er sein Spiel mit sehr guten 151 Holz und glich damit nicht nur aus, sondern zog an Hoffmann endgültig vorbei. Damit glückte der so wichtige Duellsieg. Für Teamkollege Karsten Glatzer stellte sich das Spiel in den Vollen als Herausforderung dar, in dem ihn doch zu viele Würfe auf die unbeliebte Mitte passierten. Auch im Räumen ließ dies nicht nach, aber dafür gelangen die sicheren Paare, so dass er keine Bahn schlechter als 140 Holz beendete. Bereits nach drei gespielten Sätze hatte er frühzeitig das Duell gegen Dirk Hentschel (534) entschieden. Allerdings ruhte er sich darauf nicht aus und steigerte seine Leistung in den Abräumern um ein gewaltiges Stück. Folglich erreichte er eine sehr gute 157er Abschlussbahn mit hervorragenden 63 Abräumern, die das erste Spitzenergebnis mit 583 Holz auf der Seite der Greens bedeuteten.

Damit gab man den Schlussdurchgang eine gute 3:1-Führung mit einem Plus von zusätzlich 69 Holz auf dem Weg. Dennoch führte dies nicht dazu, dass Marco Specht (515) locker und befreit aufspielte. Vielmehr erwischte er einen gebrauchten Tag, den er sich überraschend mit dem doch stark eingeschätzten Matthias Pohl (514) teilte. Somit führten beide Akteure ein spannendes Match im Rahmen ihrer an diesem Tag bestandenen Möglichkeiten. Während Specht den ersten Satz knapp für sich entschied, glich Pohl in der Folge ebenso knapp aus. Der dritte Satz ging diesmal deutlicher an den KVL-Kegler, der sich nun in einer günstigen Ausgangslage befand. Davon ließ sich der Zechiner jedoch nicht beirren und hatte in der entscheidenden Phase mit 52 Abräumern die passende Antwort. Tatsächlich mit dem letzten Wurf glich Specht in den Satzpunkten aus und erzielte ein Holz mehr. Damit ging auch dieser Punkt an die Oderbrucher. Zum Abschluss gab es, dank Nico Grundmann, noch attraktiven Kegelsport zu sehen. Beginnend mit 154 sowie 150 Holz und den folgenden 141 Kegel auf der dritten Bahn war das Duell für Philip Kosmalla (522) gelaufen. Besonders schön mit anzusehen, waren die 102 Volle auf der ersten und die 61 Abräumer auf der zweiten Bahn. Zwar ließ Grundmann noch einige Chancen ungenutzt, stellte aber dennoch den Tagesbestwert mit exzellenten 584 Holz auf, wobei er auch die besten Vollen der Partie erzielte (390).

Schlussendlich waren die Greens die verdienten Sieger und nehmen zwei weitere wichtige Zähler im Kampf um die Spitze mit an die Oder. Jetzt steht wieder eine einwöchige Pause an, ehe es am Samstag, 30.10.2021, nach Cottbus geht, um auch hier um weitere Zähler zu kämpfen.

Karsten Glatzer