Trotz Niederlage gibt’s Hoffnung aufs Weiterkommen

DKBC-Pokal - 1.Runde Männer

In der ersten Runde des DKBC-Pokals nahm die SG Zechin eine weite Fahrt ins rheinland-pfälzische Sembach bei Kaiserslautern auf sich. Man hatte sich so Einiges vorgenommen und war durchaus motiviert, sich bei der sehr sympathischen Truppe des KF Sembach so teuer wie möglich zu verkaufen und den direkten Einzug in die zweite Runde durch einen Sieg zu ermöglichen. Allerdings war die Realität eine andere, welche bereits auf der Hinfahrt einen herben Rückschlag offenbarte. Startspieler Andy Seidemann verdarb sich, bei einer kleinen Essenspause, den Magen und war nicht mehr im Stande, für die Greens aufzulaufen. Glücklicherweise erklärte sich Oldie, Günter Wolter, bereit, die weite Fahrt, angedacht als Edelfan, zu begleiten. Somit stand für ihn am Samstagvormittag fest, dass er nunmehr als Starter fungierte, um überhaupt als vollständige Mannschaft antreten zu können.

Angekommen im Kegelzentrum Sembach, wurden die Oderbrucher herzlich begrüßt und konnten endlich einen persönlichen Blick auf das Herzstück der Kegelfreunde werfen. Eines sei klar erwähnt, nicht nur der Anblick war lohnenswert, sondern natürlich auch das Kegeln. Auf den Lippen jedes Zechiner Akteurs sorgten die sehr „wackligen“ Kegel für ein Lächeln, die manchmal in einer sehr kuriosen Reihenfolge fielen. Nichtsdestotrotz nutzten die Sembacher ihren Heimvorteil entsprechend aus, um am Ende doch klar mit 7:1 Mannschaftspunkten (MP) bei einem Stand von 3447:3379 Holz als Sieger hervorzugehen.

Die Greens gingen mit dem bereits angesprochenen Günter Wolter (502) und mit Kapitän Robert Lehmpfuhl (527) in die Partie. Der Zechiner Routinier versuchte sein Möglichstes, war aber im Abräumen nicht zielsicher genug, um den besten Spieler Sembachs, Daniel Kudla (563), der an diesem Tag nicht sein ganzes Potenzial entfaltete, ernsthaft ins Straucheln zu bringen. Dennoch zeigte Wolter im zweiten Satz ansehnliche 102 Volle und im letzten klappte es auch in den Abräumern mit 54 Kegel. Vielmehr versprach man sich von Lehmpfuhl, der aber in der ersten Hälfte keine Länge zur Gasse fand. Ein Duellsieg gegen Markus Tiedemann (557) war durchaus im reellen Bereich, aber die ersten beiden Sätze machten dies zu einem schwierigen Vorhaben. Nachdem Seitenwechsel wurde Lehmpfuhl konstanter, genügte aber nicht für die Duellwende. Somit gerieten die Gäste mit 0:2 MP und mit 91 Kegel gehörig in den Rückstand.

Im Mitteldurchgang erlebte Zechins Daniel Schneider seine persönliche Sternstunde. Beginnend auf der Bahn vier, sorgte er mit herausragenden 186 Holz für ein beachtliches Ausrufezeichen. Seine dabei erzielten 90 Abräumer, einfach nur Weltklasse! Auf der nachfolgenden Bahn kam es zu einer kleineren Schwächephase, die er aber in den beiden übrigen Sätzen souverän überspielte und damit eine persönliche Auswärtsbestmarke von ausgezeichneten 625 Holz erreichte. Dessen Kontrahent, Mark Nickel (551), blieb schlussendlich nur das Nachsehen. Währenddessen tat sich Neuzugang, Nico Grundmann (566), anfangs schwer, die ergiebige Anlage für sich zu nutzen. Eine verkorkste erste Hälfte und ein stark aufspielender Christian Schenk (593) führten zu einem erheblichen Rückstand. Doch dann platzte der Knoten und Grundmann startete die Aufholjagd. Beeindruckende 165 und 153 Holz brachte er zu Fall, aber der Rückstand stellte sich als zu groß dar, um diesen noch zu egalisieren.

Mit einem Defizit von 3:1 MP und nur noch 44 Kegel ging es in den Schlussdurchgang, welcher mit guten Ergebnissen auf beiden Seiten bestach. Zwar agierte Karsten Glatzer (588) überwiegend konstant, unterlag aber auf den ersten drei Bahnen immer wieder mit wenigen Kegel. Somit sicherte sich Lukas Lamnek (587) bereits frühzeitig den Zähler für sein Team. Dafür brillierte Glatzer im letzten Satz mit exzellenten 162 Holz und landete mit seinem letzten Wurf noch im Gesamtergebnis vor Lamnek, was allerdings keine Auswirkungen auf die Team-Gesamtholz hatte. Indes bekam es Karsten Trabs (571) mit Sven Hien (596) zu tun, der mit seinem wuchtigen Schwung die Bahnanlage zum Beben brachte. Dagegen erarbeite sich Trabs eine 2:1 Führung nach Satzpunkten, die sich besonders durch seine hervorragenden 162 Kegel auf der dritten Bahn auszeichnete. Jedoch blieb ein weiter Satzgewinn verwehrt, da sich Hien einfach weniger Fehlwürfe leistete und somit den verbliebenen MP schnappte.

Somit war das Spiel entschieden und die Oderbrucher vorerst ausgeschieden. Allerdings besteht noch Hoffnung, da die Partie unter einem Freilos stand, welches, bei günstiger Konstellation in der Champions League, zum Tragen kommt.

Im Anschluss des Wettkampfs saßen beide Teams noch gemütlich beisammen und ließen den Abend, mit einem gemeinsamen Essen und erheiternden Gesprächen, ausklingen.

Die SG Zechin bedankt sich beim KF Sembach für die erlebten Stunden, für den sportlich fairen Wettstreit und für die Organisation der Unterkunft. Für die Zukunft weiterhin alles Gute und wer weiß, vielleicht kreuzen sich die Wege noch einmal wieder.

Karsten Glatzer