Interview mit Hans-Joachim Proschek zum Saisonabbruch

Quelle: Märkische Oderzeitung

Die Kegler-Saison 2019/20 in Brandenburg ist komplett abgebrochen. Mit dem Leiter des Landesspielbetriebes, Hans-Joachim Proschek, sprach Jörg Matthies über die aktuelle Situation.

Herr Proschek, die Verantwortlichen des Landes haben auf die aktuelle Situation sehr schnell mit dem Saison-Abbruch in den Ligen und inzwischen auch für alle Einzelmeisterschaften reagiert. Warum gab es sehr frühzeitig diesen rigorosen Schritt?

Die Situation um den 10. März herum war verworren und unübersichtlich. Es gab unterschiedliche Vorgehensweisen. Deshalb haben wir in einer Telefonkonferenz am 11. März – auch in Abstimmung mit Berlin – so entschieden. Wir wollten nicht häppchenweise irgendwelche Festlegungen treffen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass wir alles richtig gemacht haben, denn andere Landesverbände zogen schnell nach. Ich muss nicht extra betonen, dass wir gegenüber unseren Sportlern auch eine gewisse Verantwortung haben – da darf es keinerlei zwei Meinungen geben.

Wäre nicht möglich gewesen, die Ligen mit den letzten Spieltagen – es waren in der Regel noch zwei – im Mai oder auch Juni zu Ende zu spielen und damit ein reguläres sportliches Endergebnis zu erreichen?

Das Verschieben war nicht möglich, da der DKBC mit seinem Beschluss vom 18. März gerade diesen Zeitraum nutzen will, um die beiden Bundesliga-Spieltage und die Aufstiegsspiele zu den Bundesligen nachzuholen. Wir mussten schon unsere aufstiegsberechtigten Teams melden. Ein anderes Argument machte uns diese Entscheidung leichter: Alle Staffeln im Landesspielbetrieb hatten zum Zeitpunkt des Abbruchs einen Tabellenstand, der sportlich fair erzielt wurde. Wir können deshalb aus unserer Sicht alle weiteren Schritte, ohne jemanden zu benachteiligen, planen.

Welche Reaktionen erreichten den Landesverband zu diesen Entscheidungen?

Dass unsere Entscheidungen auch zu kritischen Kommentaren führen könnten, hatten wir natürlich einkalkuliert und uns darauf vorbereitet. Ich kann hier auch mit Dankbarkeit sagen, dass es nicht eine einzige harsche Kritik gab. Bis auf einige sachbezogenen Fragen und sachliche Kommentare sind keine bösen Vorwürfe oder Kritiken geübt worden. Ganz im Gegenteil, man hat uns bescheinigt, sehr verantwortungsvoll und vor allem klar, ohne Wenn und Aber entschieden zu haben. Verantwortliche anderer Landesverbände haben uns auch für das beherzte Handeln gelobt.

Der DKBC hat inzwischen mitgeteilt, wie er mit den bisherigen Resultaten der Saison in Bezug auf das neue Spieljahr umgehen wird, Auf- und Abstiegsregelungen und teilweise Staffelerweiterungen beschlossen. Dies steht für Brandenburg noch aus. Wann ist damit zu rechnen?

Ich kann alle Mannschaften und Sportler beruhigen: Wir haben uns auf diese komplizierte Situation vorbereitet. Der DKBC hat einen 3-Stufen-Plan beschlossen, der erstmal noch viel Spielraum lässt. Aus diesem Grund planen wir derzeit auch das neue Spieljahr 2020/21 wie alle Jahre zuvor. Der Auf- und Abstieg innerhalb der Landesspielklassen wird nach dem Stand des Sai­sonabbruchs geregelt, wie ich dies vorhin schon angedeutet habe.

Darüber hinaus hat der Sektionssportausschuss entschieden, dass es keine Absteiger aus den Landesklassen in die Kreise geben wird. Die Kreismannschaftsmeister werden ihrerseits, wenn sie es möchten, ohne Aufstiegsspiele höherklassig spielen. Gegebenenfalls werden wir die Staffelstärken nachjustieren.

Nach der jetzigen Einschätzung zeichnen sich kaum Probleme ab. Eigentlich könnten wir sofort nach dem Meldetermin 30. April mit der Planung für die neue Spielzeit beginnen, die große Unbekannte ist die Viruskrise. Deshalb werden wir geduldig abwarten und hoffen, dass wir alle unbeschadet aus dieser Situation herauskommen.

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Quelle: Märkische Oderzeitung