SG Zechin vs. SSV Grün Weiß Plessa – Niederlagenserie findet ein Ende

Verbandsliga (Männer) - 14.Spieltag

Nach drei verlorenen Partien am Stück, gelang am 14. Spieltag der Verbandsliga Brandenburg im Classic-Kegeln endlich der erste Erfolg für die SG Zechin im Sportjahr 2020. Gegen die Sportfreunde vom SSV Grün Weiß Plessa siegten die Oderbrucher zwar mit 6:2 Mannschaftspunkten, aber das Gesamtergebnis von 3168:3161 Holz war zum einem äußerst knapp und zum anderen entsprach es nicht dem eigentlichen Leistungsvermögen der Gastgeber. Mit viel Mühe und Not rettete man den geringen Holzvorsprung über die Ziellinie. Auch Kapitän Robert Lehmpfuhl fand am Ende der Begegnung nur belehrende Worte für sein Team: “Das Gesamtergebnis zeigt mal wieder, dass wir momentan nicht in der Lage sind, unsere Leistung abzurufen und somit unnötig ins Straucheln geraten. Besonders auf der heimischen Anlage müssen wir konsequenter unser Potenzial entfalten!“. Nichtsdestotrotz waren das zwei ganz wichtige Tabellenpunkte, mit denen der vierte Platz verteidigt wurde.

Der Auftakt gestaltete sich als hart umkämpft. Hier hatten beide Teams jeweils die Chance, sich eine gute Ausgangsposition zu schaffen. Den Anfang machte Kapitän Lehmpfuhl (485), der in den ersten beiden Sätzen mit guten Abräumern überzeugte. Schnell geriet Jens Horn (504) mit 2:0 Punkten ins Hintertreffen. Alles sah nach dem ersten Duellsieg für die Oderbrucher aus, jedoch brachte der Seitenwechsel die Wende. Der Zechiner verlor völlig den Faden und verspielte seine komplette Führung, so dass Horn mit 2:2 ausglich und sich den ersten Zähler schnappte. Denn auch im Endergebnis überholte er Lehmpfuhl, der an diesem Tag besonders im Spiel ins Vollebild erhebliche Schwächen offenbarte. Währenddessen musste Karsten Glatzer (539) mit einer vermasselten ersten Bahn ins Match gegen Jan Opitz (541) starten. Diesen Rückstand konnte er im Laufe des Duells nicht mehr egalisieren. Dennoch schnappte sich der Zechiner auf den drei verbliebenen Bahnen jeweils den Satzpunkt. Mit knappen Vorsprüngen in den Sätzen, gelang der Duellsieg mit 3:1 Punkten, obwohl Glatzer das geringere Endresultat erspielte. Besonders spannend zu verfolgen, war der Schlagabtausch der beiden Akteure auf der letzten Bahn. Mit starken Abräumern auf beiden Seiten wurde der Punkt ausgefochten, der mit 63:54 Holz (Abräumer) an den Heimakteur ging. Damit stand es 1:1 Unentschieden, aber die Gäste aus Plessa führten mit 21 Kegel.

Im Mitteldurchgang erlebten die Greens ihre Sternstunde und konnte sich mit 3:1 Mannschaftpunkten und einer Führung von 40 Holz etwas absetzen. Hervorragend startete Marco Specht (539), der nach zwei Bahnen 292 Holz erzielte (152, 140) und gegen Maik Buchhold (519) eine 2:0 Führung verbuchte. Jedoch konnte er dieses Niveau nicht aufrechterhalten, so dass Buchhold seine Chancen nutzte. Zwar auch nicht sonderlich überragend, aber dafür effektiv, glich er das Duell aus. Trotzdem behielt der Zechiner im Gesamtergebnis die Oberhand. Indes geriet Karsten Trabs (534) kurzeitig gegen Marko Rozek (493) in den Rückstand, dominierte aber dafür die übrigen Sätze. In den Vollen glänzend, aber in den Abräumern mit einigen Schwierigkeiten, blieb ein höheres Ergebnis aus.

Der Schlussdurchgang nahm dann nochmal richtig an Fahrt auf. Mit Uwe Gärtner schickte der SSV seinen besten Akteur auf die Zechiner Anlage, der auch in dieser Partie zu überzeugen wusste. Wie ein Sturm fegte er über die Bahnanlage hinweg, gegen den Andy Seidemann (500) nichts entgegenzusetzen hatte. Eifrigen Beifall gab es für seine sensationellen 109 Volle auf der ersten Bahn. Generell war das Spiel in den Vollen Gärtners größte Waffe (391). Letztendlich erspielte er die Tagesbestleistung von sehr guten 574 Holz und gewann folgerichtig einen Mannschaftspunkt. Reichte es für den Auswärtssieg? Nein, da Zechins Thomas Buchholz einen Wahnsinnstag erwischte. Ähnlich wie Gärtner spielte er an diesem Tag auf einem anderen Niveau. Gegenspieler Swen Thron (530) musste, trotz seiner erbitterten Gegenwehr, mit 3:1 Satzpunkten den Kürzeren ziehen. Buchholz war mit insgesamt 204 Abräumern, der beste Akteur und erzielte eine Saisonbestleistung von fantastischen 571 Kegel, die das knappe Polster von sieben Holz bewahrten. Seine 152er Bahn im zweiten Satz ließen die Greens jubeln, da ihm drei Neuner am Stück in den Abräumern gelangen und er insgesamt 62 Kegel zu Fall brachte. Damit war der Bann gebrochen und die Oderbrucher feierten ihren ersten Sieg im neuen Jahr.  

Karsten Glatzer