SG Zechin vs. 1. SKK Gut Holz Zeil – Die Sensation war zum Greifen nah

DKBC-Pokal - 3.Runde Männer

In der dritten Runde des höchsten nationalen Wettbewerbs im Classic-Kegeln, dem DKBC-Pokal, empfing die SG Zechin eine Mannschaft aus der 2. Bundesliga. Aus dem über 500 km entfernten Zeil aus Bayern setzte die Truppe vom dortigen 1. SKK Gut Holz Zeil erstmals einen Fuß in die Zechiner Kegelbahn am Freibad. Die Gäste mit der klaren Favoritenrolle auferlegt, waren selbst gespannt, welche Ergebnisse im Oderbruch zu Fall kommen. Nach eigenen Angaben verwöhnt von den bayrischen Anlagen, hat man doch Respekt vor der Kegelbahn der Greens, welche eher selten Resultate über die 600er Marke versprach. Besonders erfreulich war, dass sich das Pokalspiel einer hohen Zuschauerzahl erfreute, die das rege Treiben interessiert und mitfiebernd verfolgte! Überraschenderweise entwickelte sich ein äußerst spannendes Spiel, in dem die Gäste mit viel Einsatz und Konzentration ihre Punkte erwirtschafteten mussten. Dennoch waren sie in den entscheidenden Situationen wacher und versierter. Zudem profitierten sie von der durchwachsenden Tagesform der Zechiner Schlüsselspieler, so dass am Ende die Chancen auf eine Sensation nicht genutzt wurden. Folglich gewann Zeil mit 5:3 Mannschaftspunkten (MP) bei einem Stand von 3298:3222 Holz. 

Im ersten Durchgang zeigte sich das Bild auf, welches man erwartete. Jedoch nur teilweise. Für den ersten Höhepunkt der Partie sorgte Zeils Holger Jahn, der drei starke Sätze abrief und damit ein fantastisches Resultat von 587 Holz aufstellte. Dagegen wollte sich Marco Specht (512) bestmöglich zur Wehr setzen, blieb aber über weite Strecken chancenlos. Schon in den Vollen rannte er einen riesigen Rückstand hinterher, der einen Satzgewinn schon fast unmöglich machte. Damit ging der Zähler verdient an die Gäste. Dafür glänzte Kapitän Robert Lehmpfuhl, der es mit dem Schnittbesten Marco Endres (540) aufnahm. Schnell wurde Endres bewusst, dass die großen Zahlen ab 630 Holz, die er sonst im Dauertakt erspielte, eher unwahrscheinlich waren. So hatte er gegen Lehmpfuhl ordentlich zu ackern und sah, zwar nicht eindeutig, aber dafür ausreichend, wie sein Rückstand immer etwas größer wurde. Der Zechiner Kapitän erreichte 556 Kegel, welche einen 3:1-Sieg bescherten. Damit glichen die Greens aus, aber lagen mit 59 Holz zurück.

Im zweiten Durchgang hätten die Greens schon die erste Chance auf eine hervorragende Ausgangslage für den letzten Abschnitt nutzen können. Beide Duellpunkte waren nach der dritten Bahn bereits frühzeitig möglich. Dennoch konnten sich die Zeiler aus dem Würgegriff befreien und wehrten die Matchbälle ab, so dass es erneut zur Punkteteilung kam und die Gäste ihre Holzführung auf 69 Kegel ausbauten. Den Anfang machte Daniel Schneider, der mit konstantem Spiel die ersten beiden Sätze gegen Olaf Pfaller (509) gewann. Ab der dritten Bahn verlor Schneider seine Konzentration und damit seinen sicheren Rhythmus. Die Greens mussten handeln und wechselten Andy Seidemann ein. Zusammen kam das Duo auf 524 Holz, die den MP aufs Konto retteten. Indes startete Karsten Trabs (546) furios in sein Duell gegen Marcus Werner (571) und erspielte sich eine gute 1,5:0,5 – Führung in den Sätzen. Auf der dritten Bahn glich der Zeiler knapp aus, aber dann erlebte Trabs ein völliges Formtief und verspielte im letzten Satz das gesamte Duell. Zudem erspielte Werner eine weitere Glanzleistung für die Gäste aus Bayern.

Im letzten Durchgang lagen die Hoffnungen auf den Schultern von Karsten Glatzer (526) und Thomas Buchholz (558), welche beide Punkte gewinnen sollten und ein Einzug ins Achtelfinale durch mehr erspielte Satzpunkte möglich gewesen wäre. Der sonst so solide agierende Glatzer erlebte, genauso wie Trabs, nicht seinen besten Tag und begann sein Duell gegen Oliver Faber (563) mit einem katastrophalen ersten Satz. Von diesem Schock konnte er sich zwar erholen und überzeugte vor allem in den Vollen, aber Faber zeigte mit 212 Abräumern eine herausragende Souveränität und entwischte jedes Mal aufs Neue. Letztendlich gewann Faber das Duell mit 3:1-Punkten und entschied damit auch das Spiel. Dafür brillierte Buchholz, der bereits frühzeitig sein Match gegen Patrick Löhr (528) gewann. Sowohl in den Vollen als auch in den Abräumern war der Zechiner stets besser und musste sich nur auf der letzten Bahn knapp geschlagen geben.

Obwohl die Greens nicht ihr volles Potenzial abriefen, war man dennoch stolz darauf, dass man es dem Bundesligisten nicht einfach machte, dass DKBC-Pokalspiel zu gewinnen. Über weite Strecke begegnete man sich auf Augenhöhe. Dennoch gewann der SKK verdient und zieht damit zurecht in die nächste Runde ein. Die SG Zechin wünscht dem bayrischen Team alles Gute für die bevorstehenden Aufgaben, sowohl in der Liga als auch im Pokal. Es war wieder einmal eine tolle Erfahrung auf höchster Ebene mitspielen zu dürfen, selbst wenn man erneut knapp an einer Sensation vorbeischrammte. Die sportlich fairen und freundlichen Zeiler Kegler waren willkommene Gäste. Für die Greens gilt es jetzt, den Blick und die volle Konzentration auf die Verbandsliga zurichten. Denn schon am kommenden Samstag, 09.11.2019, geht es ins Heimspiel gegen den SV Hohenbocka.    

Karsten Glatzer